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Capoeira Angola Spiel: Ein flüssiger Tanz mit Bewegungen nahe am Boden. "Capoeira e tudo que a boca come" - frei übersetzt: "Capoeira ist alles, was genießbar ist." Dies war die Erklärung des damals siebzigjährigen Mestre Pastinha auf die Frage: Was ist unter Capoeira zu verstehen? Er umschrieb damit die Kampfkunst als eine Art Lebenselixier, das dem Körper und dem Geist Kraft gibt und einen Menschen mit Vitalität ausstattet. Mestre Bimba bezeichnete Capoeira schlicht als die Kunst der List und Tücke, die einen Menschen befähigen, den Unwägbarkeiten des Lebens zu begegnen. Die Antworten der Mestres spiegeln die umfassende Bedeutung wider, die ein Capoeirista diesem Kulturelement der farbigen Bevölkerung Brasiliens zuschreibt. Die Capoeira wird über die Kampfkunst hinaus als eine lebendige Lebensphilosophie begriffen, die sich im Rhythmus, Bewegung, Musik und Liedern manifestiert. Mit gerissenen rhytmischen Bewegungen, kombiniert mit Verspieltheit oder Verletzbarkeit um den Gegner zu besiegen. Die Capoeiraspieler bilden einen Kreis, die Roda. An der Oberseite des Kreises ist die Bateria, ein Ensemble der Musiker und der Sänger. Die Musik ist das Herz der Capoeira Angola, angeführt von der Berimbau, ein mit einer Stahlschnur gebogener Stock mit einem Kürbis als Resonanzkörper. Die Berimbau ist das wichtigste Musikinstrument. Es wird mit 3 Berimbaus gespielt: die gunga, die mit dem größten Kürbis und die den Anfang, den Rhythmus und das Ende bestimmt; die medio, die mit einem mittleren Kürbis den Basisrhythmus begleitet; die viola, mit dem kleinsten Kürbis, die improvisiert und verschiedenste Variationen spielt. Die Berimbau wird begleitet von dem pandeiro (Tamburim), der agogo (afrik.Glocke) einem reco-reco (eine Art guiro) und der atabaque (ähnlich einer Conga). Durch die Musik und den Gesang wird das Spiel angespornt oder besänftigt. Alles kann geschehen, nichts ist vorhersehbar, Die Roda repräsentiert die Welt. In der Capoeria Angola lernt man List, Verstellung und Täuschung als Grundprinzipien. Es geht vor allem darum, den anderen zu täuchen und durcheinander zu bringen. Die tänzerischen Bewegungen wollen beeinflußen, verblüffen, Angst einflößen oder ablenken. Ein Zusammenspiel von Körper und Geist. Die Roda fängt an, wenn zwei Spieler den Kreis betreten und sich am Fuße der Berimbaus hinhocken. Ein Spieler singt eine Ladainha, ein rituelles Lied am Anfang eines Spiels. Nach der Ladahina folgt ein Corrido, ein Lied mit Vorgesang und Chorgesang, dann kann das Spiel beginnen. Das Capoeiraspiel wird durch dynamische Bewegungen, Handstände und Akrobatik gekennzeichnet. Capoeira gilt als ein Improvisationalgespräch zwischen zwei Körpern. Im allgemeinen gibt es keinen Körperkontakt zwischen den Spielern.Wenn ein Spieler eine Attacke macht, muß der andere Spieler dieser geschickt ausweichen. |